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RIDDIM 01/2004 ist draussen



Author: killaswitch
Publishing date: 31.12.2003 01:33


Ein paar Tage vor Weihnachten kam nun endlich die neue Riddim in die Läden, wie gewohnt randvoll mit vielversprechendem Content. Mit vielen Highlights, wie dem Tony Rebel Special und dem langerwarteten dritten Teil der "To The Foundation" Serie, startet die Riddim ins neue Jahr...
Mehr noch als bei den vorhergegangenen Issues kann bei der aktuellen Ausgabe das Fazit fallen, es gibt keinen Informationsballast. Egal ob Foundation-History oder Dancehall-Tagespolitik, die neue Riddim kann von einem wissenshungrigen Liebhaber der jamaikanischen Musik-Spielarten durchaus von vorne bis hinten am Stück verschlungen werden. Was war Tony Rebels erster Tune? Was macht eigentlich Degree? Wer zum Teufel ist Tiken Jah Fakoly? Wie kommen deutsche Techno-Produzenten dazu, den Bestand eines New Yorker Roots-Labels neu aufzuerlegen? Und, last not least, wie kommen Ausschnitte eines Gentleman-Videos in dasselbe von Sarah Connor? Nach dem Lesen der aktuellen Ausgabe ist man immer schlauer, und ein ambitionierter Soundboy dürfte zumindest mit dem Entschluss das Heft beiseite legen, schnellstens ein Brigadier Jerry Special zu ergattern, denn ab 2006 muss man eine weite Reise auf sich nehmen, um den guten Mann zu erwischen.
Riddim Magazine 01/04
Riddim Magazine 01/04

Wie gesagt, der Artikelbestand erweist sich als "all killer, no filler", und auch die News (abgesehen vom x-ten Ischen Impossible Feature) erweisen sich als durchwegs interessant. Der Jahresrückblick 2003 ist schwer subjektiv, aber amüsant bis nachdenklich und trifft an vielen Stellen mitten ins Schwarze. Caronyl Coopers Lady-Saw-Analyse ist aussergewöhnlich erfrischend wie hoch fundiert, wenn auch der Überschuss an rosa Layout verwirrte Schulterblicke beim Lesen in der U-Bahn mit sich bringt. Das absolute Highlight aber ist das Brigadier Jerry Special. Uli Güldner schafft es immer wieder, Legenden zum Interview auszugraben, und eigentlich hätte ein Briggy Photo die Titelseite zieren müssen, aber das war den Verlegern wohl nicht anziehend genug. Absolut richtig lag die Wahl der Photos aber beim diesmaligen Portfolio, denn die Bilder des Afflicted-Yard-Machers sind allesamt Hingucker.

Absolut essentiell ist der Review-Teil, und eine Pflichtlektüre auch für diejenigen, die an Artikeln allgemein nicht interessiert sind. Man bekommt einen umfassenden Überblick über die Veröffentlichungen der letzten Monate geboten, darunter auch Gems, die ansonsten Gefahr laufen würden, übersehen zu werden. Durchwegs kritisch erfolgt die Auseinandersetzung mit all dem, was grosse und kleine Labels dem Reggae-Käufer vorsetzen, und es ist amüsant zu sehen, wie zwei Mitarbeiter ein grundverschiedenes Urteil über eine Selection zu Papier bringen; durchaus ein Qualitätszeichen für Reviews ohne Druck von der Industrie. Weniger von Qualität geprägt ist diesmal leider die beiliegende CD: Abgesehen von dem überragenden Ranking Joe Tune wird hier Altes und/oder Unspannendes geboten. Das Mystic Dan Dubplate ist gut, aber wenn man im Hinterkopf hat, dass das französische Natty Dread Magazin unlängst eine ganze CD voller Exklusiv-Tunes von Ken Boothe bis Turbulence herausbrachte, wirkt es eher wie ein Nachziehen. Weiter zu bemängeln ist das Fehlen der Dub-Reviews, gerade angesichts der Flut an UK-10"s in den letzten Monaten, und man kann nur hoffen dass diese Rubrik nicht dauerhaft entfallen ist.

Alles in allem aber ist die neue Ausgabe der RIDDIM eine der gelungensten in ihrer zweijährigen Geschichte, und man kann nicht viel mehr tun als eine Kaufempfehlung aussprechen, solange das Heft noch nicht vergriffen ist. Ach ja, und bitte gewissenhaft und zahlreich am Leserpoll teilnehmen, damit das Ergebnis aussagekräftig und representativ ausfällt.

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